Behandlungsfehler als Diagnosefehler

Diagnosefehler bzw. Diagnoseirrtümer sind diejenigen Fehler, die der behandelnde Arzt bei der Diagnosestellung begeht, indem er Ihre Symptome und Befunde dem falschen Krankheitsbild zuordnet.

 

Sei es, indem er einen kranken Patienten für gesund hält.  Oder, umgekehrt, indem er seinem Patienten fälschlicherweise ein Krankheitsbild diagnostiziert, das tatsächlich überhaupt nicht vorliegt. Ein Diagnoseirrtum kann  in zwei unterschiedlichen Konstellationen vorliegen: dies als einfacher, also normaler oder als grober Behandlungsfehler. So liegt der Diagnoseirrtum in Gestalt eines nur einfachen Behandlungsfehlers vor, wenn  die Diagnose aus der Sicht eines anderen Arztes desselben Fachgebiets „nur“ unverständlich erscheint.

 

Dies etwa dann, wenn hinreichende Symptome einer bestimmten Erkrankung vorliegen, der Arzt diese Symptome bei seiner Diagnosestellung indes dennoch nicht hinreichend berücksichtigt. Ist indes die Diagnose aus der Sicht eines anderen Arztes desselben Fachgebiets  absolut unverständlich und derart unvertretbar, dass  ein solcher Irrtum einem Arzt der jeweiligen Fachrichtung schlicht nicht  unterlaufen darf, so ist der Diagnosefehler als grober Behandlungsfehler einzustufen. Ein Diagnosefehler wäre etwa dann ein grober Behandlungsfehler, wenn sich Ihrem behandelnden Arzt die tatsächliche Diagnose aufgrund von MRT bzw. CT-Aufnahmen schlichtweg aufdrängt, er diese Erkenntnisse  jedoch ignoriert.

 

Zugleich bedingt eine fehlerhafte Diagnose naturgemäß weitere Behandlungsfehler:

 

Denn, ist eine (auch falsche) Diagnose einmal gestellt, unterbleibt entweder die weitere Befunderhebung ganz; bzw. erfolgt die weitere Befunderhebung  auf der Basis der falschen Prämisse und damit ebenfalls fehlerhaft!