MDK-Gutachten / effektiv?

Die Möglichkeit, ein kostenloses Gutachten des MDK über das Vorliegen eines Behandlungsfehlers als Vorbereitung einer Schadensregulierung zu erhalten, klingt zunächst verlockend. Indes ist diese Art der Vorgehensweise bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz aufgrund eines Behandlungsfehlers auch mit etlichen praktischen Nachteilen behaftet. Dadurch kann der Weg über ein MDK-Gutachten für Sie einen erheblichen Zeitverlust bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche bedeuten.

 

Dies insbesondere deshalb, weil der MDK Ihren Behandlungsverlauf lediglich in medizinischer Hinsicht und auf der Grundlage Ihrer Behandlungsunterlagen auf das Vorliegen eines Behandlungsfehlers hin prüft. Nicht jedoch auf einen durch den Behandlungsfehler verursachten Gesundheitsschaden als Primärschaden bzw. als Sekundärschaden.

 

Indes begründet das „bloße“ Vorliegen eines Behandlungsfehlers noch keinen Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadensersatz, solange nicht feststeht, dass der konkrete Behandlungsfehler den durch Sie erlittenen Gesundheitsschaden in objektiv zurechenbarer Weise auch ausgelöst hat. Auf dieser Grundlage allein ist eine Schadensbezifferung sowie Schadensregulierung und damit die Durchsetzung Ihrer Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld indes naturgemäß nicht möglich.

 

Hinzu kommt, dass die Gutachter des MDK sehr häufig sich bereits im Ruhestand befindliche Ärzte sind, und dadurch über keine aktuellen praktischen Erfahrungen in der Behandlung von Patienten verfügen. Insbesondere vor diesem Hintergrund ist es sonach durchaus denkbar, dass ein in Ihrem Fall tatsächlich vorliegender Behandlungsfehler seitens des MDK-Gutachtens nicht als solcher erkannt und dargestellt wird. Umgekehrt bindet ein MDK-Gutachten, welches einen Behandlungsfehler klar erkennt und benennt, die Behandlerseite in keiner Weise.

 

Selbst ein für Sie positives MDK-Gutachten, welches einen Behandlungsfehler klar feststellt,  bedeutet sonach noch lange nicht automatisch die Bereitschaft der gegnerischen Haftpflichtversicherung zur außergerichtlichen Schadensregulierung! Im Ergebnis dürfte also der Weg über ein MDK-Gutachten zur außergerichtlichen Schadensregulierung nicht sehr effektiv, sondern vielmehr zeitraubend sein.