Objektivierter Sorgfältigkeitsmassstab & Facharztstandard

Der Facharztstandard bemisst sich hierbei bei der Beurteilung der erforderlichen allein objektiv; sog. objektivierter Sorgfaltsmaßstab. Dies bedeutet, es kommt allein auf diejenige Sorgfalt an, die ein gewissenhafter und besonnener Arzt des jeweiligen Fachgebiets bei der Behandlung angewandt hätte. Hingegen entlasten subjektive, also individuelle Gegebenheiten in der Person des behandelnden Arztes und/ oder in seiner medizinischen Praxisausstattung den Arzt bei der Beurteilung, ob die von ihm vorgenommene Behandlung dem Facharztstandard entspricht, nicht.

 

Befand sich der behandelnde Arzt sonach zum Zeitpunkt der Behandlung in einer persönlichen Ausnahmesituation, Übermüdung oder Stress, vermag ihn dies bestenfalls strafrechtlich zu entlasten. Für die Beurteilung, ob ein Behandlungsfehler vorliegt, sind derart subjektive Umstände in der Person bzw. Situation des behandelnden Arztes  völlig unerheblich.

 

Gleiches gilt, wenn medizinische Geräte ausfallen oder versagen und deshalb die entsprechende Behandlung fehlerhaft ist. Ferner bei Behandlungsfehlern aufgrund von Personalmangel.