Pflegekosten und Pflegemehraufwand als Ausprägung von Schadensersatz

Schadensersatz in Form von sog. Pflegekosten und Pflegemehraufwand steht Ihnen dann zu, wenn Ihr Familienangehöriger durch einen Behandlungsfehler oder Unfall derart geschädigt wurde, dass er nunmehr pflegebedürftig ist. Dabei bedeuten die sog. Pflegekosten und Pflegemehraufwand diejenigen Pflegekosten, die Ihnen für die Pflege über die gesetzlich geregelten  Zuwendungen im Rahmen der einzelnen Pflegestufen hinaus entstehen.

 

Denn selbst bei Zuerkennung der Pflegestufe III erhielte Ihr Angehöriger ein monatliches Pflegegeld in Höhe von  derzeit nur  700,- € monatlich!

 

Indes belaufen sich die Kosten für eine professionelle Pflegekraft auf ein Vielfaches des im Rahmen der Pflegestufen zuerkannten Betrags!

 

Insbesondere ist Ihr Angehöriger nicht verpflichtet, sich in ein entsprechendes Pflegeheim zu begeben, um dadurch Pflegekosten gegenüber einer häuslichen Pflege zu sparen. Vielmehr ist die den Behandlungsfehler bzw. Unfall verursachenden Person verpflichtet, auch die im Gegensatz zu einem Pflegeheim anfallenden höheren Kosten für eine häusliche Pflege zu tragen. Wie auch beim Haushaltsführungsschaden gilt bezüglich Pflegekosten und Pflegemehraufwand, dass diese dem Schädiger gegenüber auch fiktiv verlangt werden können. Die Geltendmachung fiktiver Pflegekosten und Pflegemehraufwand  bedeutet, dass wir ähnlich des Haushaltsführungsschadens Pflegekosten und Pflegemehraufwand auf zweierlei Arten für Sie bzw. Ihren Angehörigen geltend machen können:

 

Entweder in Gestalt konkreter Zahlungen, die Sie an eine dritte Person, also professionelle Pflegekraft bzw. Pflegedient leisten, oder fiktiv.

 

Fiktiv  dann, wenn Sie keinen Pflegedienst für die Pflege Ihres Angehörigen beauftragen müssen, weil Sie als Angehörige oder Freunde des Betroffenen nunmehr kostenfrei dessen Pflege erledigen. Wie beim Haushaltsführungsschaden würde in diesem Fall sodann geschätzt, welche Kosten für die Erledigung der Pflege seitens eines beauftragen, also externen, Pflegedienstes angefallen wären, wenn nicht Sie als Angehörige oder Freunde der nunmehr aufgrund von Behandlungsfehler oder Unfall pflegebedürftigen Person bei deren Pflege helfend zur Seite gestanden hätte.