Rechtliche Anforderungen an den Inhalt der Aufklärung

Selbstbestimmungsaufklärung

In inhaltlicher Hinsicht erfordert eine juristisch wirksame ärztliche Aufklärung die rechtzeitige Aufklärung des Patienten über die Diagnose, die Erforderlichkeit, Dringlichkeit,  Art  und Beschreibung des bevorstehenden Eingriffs, Behandlungsalternativen, Erfolgschancen des Eingriffs,  die Therapiemöglichkeiten, Verlauf und Risiken der Behandlung sowie etwaige gesundheitsschädliche Nebenwirkungen des bevorstehenden Eingriffs. Indes differieren der rechtzeitige Zeitpunkt und die das Maß der Ausführlichkeit der Aufklärung nach Dringlichkeit,  Risiken und möglichen Folgen des Eingriffs. Denn je dringlicher der Eingriff ist, desto geringere Anforderungen stellen sich  an seine Ausführlichkeit. Zugleich gilt: je unwahrscheinlicher ein bestimmtes Risiko des Eingriffs ist, desto geringer sind auch die rechtlichen Anforderungen, über dieses jeweilige Risiko detailliert aufzuklären.

 

Therapeutische Aufklärung (Sicherheitsaufklärung)

Im Unterschied zur Selbstbestimmungsaufklärung betrifft die den Zeitraum nach dem medizinischen Eingriff.

 

Insgesamt geht die Sicherheitsaufklärung noch weiter als die Selbstbestimmungsaufklärung dergestalt, als im Rahmen der Sicherheitsaufklärung auch über im Grunde sehr unwahrscheinliche Folgen und Nebenwirkungen des Eingriffs sowie der Medikation aufgeklärt werden muss. Inhaltlich umfasst die Sicherheitsaufklärung etwa die Aufklärung und Information des Patienten über die Medikation und die damit verbundenen potentiellen Nebenwirkungen.

 

Ferner die Aufklärung über eine eventuell verminderte Fahrttüchtigkeit des Patienten nach dem Eingriff.  Daneben den Hinweis auf eventuell nunmehr seitens des Patienten einzuhaltenden Diäten; bei Impfungen auch die Aufklärung über das erhöhte Ansteckungsrisiko für besonders gefährdete Kontaktpersonen.