Sekundärschaden

Hingegen bestimmt sich im Gegensatz zu den Beweismaßanforderungen für den Primärschaden gem. § 286 ZPO die richterliche Überzeugungsbildung bezüglich der Annahme des Sekundärschadens (Haftungsausfüllende Kausalität) als wahr bzw. bewiesen sonach auf der Grundlage der geringeren Beweismaßanforderungen des § 287 ZPO. Hinreichende Grundlage für die richterliche Überzeugungsbildung von dem Wahrheitsgehalt einer streitigen Tatsache ist sonach bereits die überwiegende Wahrscheinlichkeit der zu beurteilenden Tatsache.

 

Sprechen also bei der Betrachtung aller die jeweilige gerichtliche Auseinandersetzung prägenden Umstände die vorgetragenen Umstände mehr für den Wahrheitsgehalt der konkret jeweils streitigen  Tatsache, so ist damit den Anforderungen an das Beweismaß des § 287 ZPO Genüge getan!

 

Im Wortlaut postuliert § 287 ZPO: „(1) Ist unter den Parteien streitig, ob ein Schaden entstanden sei und wie hoch sich der Schaden oder ein zu ersetzendes Interesse belaufe, so entscheidet hierüber das Gericht unter Würdigung aller Umstände nach freier Überzeugung. Ob und inwieweit eine beantragte Beweisaufnahme oder von Amts wegen die Begutachtung durch Sachverständige anzuordnen sei, bleibt dem Ermessen des Gerichts überlassen. Das Gericht kann den Beweisführer über den Schaden oder das Interesse vernehmen; die Vorschriften des § 452 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 bis 4 gelten entsprechend. (2) Die Vorschriften des Absatzes 1 Satz 1, 2 sind bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten auch in anderen Fällen entsprechend anzuwenden, soweit unter den Parteien die Höhe einer Forderung streitig ist und die vollständige Aufklärung aller hierfür maßgebenden Umstände mit Schwierigkeiten verbunden ist, die zu der Bedeutung des streitigen Teiles der Forderung in keinem Verhältnis stehen.“