Strafrechtliche Geltendmachung von Behandlungsfehlern

Die Geltendmachung Ihrer Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld im Strafverfahren dürfte selten eine Option sein. Denn zum einen gelten im Strafverfahren weitaus strengere Voraussetzungen für den Nachweis der der haftungsbegründenden Kausalität. Insbesondere kennt und berücksichtigt das Strafrecht auch den subjektiven Aspekt der Fahrlässigkeit; während das Zivilrecht mit einem objektivieren Begriff der Fahrlässigkeit arbeitet. Dies wiederum hat zur Folge, dass bereits die objektiv fahrlässige Begehung eines Behandlungsfehlers im Zivilrecht relevant ist; im Strafrecht indes zur Annahme eines Fahrlässigkeitsdelikts die weitere Voraussetzung der subjektiven Fahrlässigkeit erfüllt sein müsste.

 

Personalmangel, Arbeitsüberlastung oder eigene persönliche Befindlichkeiten, die im konkreten Fall in der Person des behandelnden Arztes zu einem Behandlungsfehler geführt haben, entlasten diesen sonach in strafrechtlicher Hinsicht;  nicht aber in zivilrechtlicher Hinsicht. Die Begründung eines strafrechtlichen Vorwurfs ist sonach wesentlich schwieriger als die Begründung eines zivilrechtlichen Vorwurfs.

 

Darüber hinaus dürfte ein Strafverfahren für die möglichst alsbaldige Durchsetzung Ihrer Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld eher kontraproduktiv sein. Dies, da es regelmäßig eine Regulierung seitens der Haftpflichtversicherung des Arztes bzw. der Klinik für die Dauer des Strafverfahrens blockiert. Im Ergebnis dürfte sonach die Geltendmachung Ihrer Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld im Strafverfahren selten und bestenfalls dann eine Option sein, wenn der behandelnde Arzt den Verletzungserfolg vorsätzlich herbeigeführt hat.